Über die Figur 

So könnte das Leben von Günter Bach ausgesehen haben:

 Das Leben Günter Bachs beruht auf Fiktion und weist keine bewussten Ähnlichkeiten mit historischen oder aktuellen Personen auf. Gemeinsamkeiten sind auf Zufälle zurückzuführen.

Günter Bach war vermutlich ein gläubiger Mann. Seit dem Tod seines jüngsten Sohnes ging er jeden Tag ins Freiburger Münster zum Beten. Die Zeit des 18. Jahrhundert war in Freiburg von Krieg, Seuchen und Tod geprägt. Dieses Leid hat Günter bereits als Kind am eigenen Leib erfahren müssen. Er verlor einen Großteil seiner Familie, wodurch er schon früh zum Alleinversorger für sich und seine Mutter wurde. Um Geld zu verdienen, begann er als Bächleputzer zu arbeiten. Bei dieser Tätigkeit fand er eines Tages eine silberne Kette, welche für sein weiteres Leben noch eine große Bedeutung haben würde.
  Nur wenige Jahre nach dem Tod seines Vaters und seiner Brüder starb auch seine Mutter. Von diesem Tag an war Günter Bach auf sich alleine gestellt.
  
  Mit 17 Jahren lernte er seine zukünftige Frau Maria kennen. Sie begegneten sich kurz bevor Günter seine Arbeit für den Tag beenden wollte. Er wollte sich nach getaner Arbeit auf den Heimweg machen, als er unachtsam seinen Besen liegen ließ. Sie stolperte über diesen und stürzte beinahe in das danebenliegende Bächle, doch Günter konnte sie gerade noch rechtzeitig auffangen.
  Nach einem kurzen Gespräch entwickelte sich eine gewisse Sympathie zwischen den Beiden. Günter begleitete Maria nach Hause und lernte dort ihren Vater kennen. Er bemerkte sehr schnell, dass die Familie von Maria in noch ärmeren Umständen lebte als er selbst. Auch ihr Vater stellte dies recht schnell fest, als er Günter sah. 

Einige Tage nach diesem Treffen, suchte Marias Vater ihn bei der Arbeit auf, um ein Gespräch zu führen. Er fragte ihn nach seinem Leben, ob er verheiratet sei und auch wie seine finanzielle Lage aussehe. Nachdem Günter geduldig auf all seine Fragen geantwortet hatte erklärte Marias Vater ihm, dass Maria in heiratsfähigem Alter sei und dass es seiner Familie finanziell noch um einiges schlechter gehe, als Günter selbst. Marias Vater schlug ihm vor, dass Günter seine Tochter zur Frau nehmen könne. Er wollte als ihr Vater seine Tochter gut versorgt sehen und, dass es seiner Tochter so gut wie nur möglich erginge. Günter war darüber zwar überrascht, jedoch von der Idee nicht abgeneigt.

Einige Tage später nahm Günter einen Großteil seiner Ersparnisse und ging zu Marias Haus, um das Angebot von ihrem Vater anzunehmen und seine Tochter auszulösen. Als Hochzeitsgeschenk übergab er ihr die Kette, welche er Jahre zuvor gefunden hatte. 

Die beiden heirateten und bekamen drei Kinder. Ihr jüngster Sohn starb leider bereits im Alter von fünf Jahren an Masern, was zu dieser Zeit nicht unüblich war. Günter und Maria litten sehr unter diesem Verlust und trauerten sehr um ihren Sohn. 

Durch eine mit der Zeit immer stärker werdende Vertrautheit zwischen den Eheleuten konnten sie sich gegenseitig viel Kraft spenden. Dies war sehr wichtig für beide und bot ihnen eine Möglichkeit dem harten Alltag zu entfliehen, denn das Leben rund um die beiden war durch die Gefahren und Umstände des 18. Jahrhunderts keineswegs glücklich. 

Die ständige Angst vor einem neuen Krieg beherrschte die Gedanken von Günter täglich. In seiner Angst und seiner Trauer über all die Verluste die er in seinem Leben bisher erlebt hatte, spendeten der Glauben und die Kirche ihm sehr viel Kraft.

Während immer wieder auftretender Lebensnotlagen ging er beinahe jeden Tag ins Münster zum Beten. Er fürchtete sich sehr davor, dass seine Ängste zur Realität werden könnten. Dies würde für ihn bedeuten, dass er nicht weiter in der Lage wäre, das Überleben für sich und seine Familie zu sichern. Häufig schaffte er es mit täglicher sehr harter Arbeit gerade so, seiner Familie genug Geld für ein paar Kartoffeln zu verschaffen.(Kartoffeln kamen erst im 16. Jahrhundert aus Amerika nach Europa, ca.1740 kam diese auch nach Freiburg).  Allerdings kam es auch regelmäßig vor, dass das Geld für nur einen Laib Brot reichte. 

Das Leben war für die kleine Familie nicht immer leicht und sie mussten einige Schicksalsschläge und trübe Zeiten durchstehen. Für Günter nahm das Leben jedoch ein plötzliches Ende, als er sich eines Tages bei der Arbeit an einer Scherbe schnitt. Da die medizinischen Möglichkeiten zu seiner Lebzeit sehr begrenzt waren entzündete sich die Wunde und er erlag den Folgen einer Blutvergiftung. Seine Frau und Kinder waren ab diesem Zeitpunkt auf sich alleine gestellt. Um der Armut und einem Leben auf der Straße zu entgehen, verkaufte Maria die Kette, die sie einst von ihrem Ehemann geschenkt bekam. Mit dem Geld konnte sie das Lehrgeld ihres ersten Sohnes bezahlen und der Familie damit die Existenz sichern. 

Und somit fand die Kette ihren Weg zu einem neuen Besitzer.